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20.01.2006

Suche nach Geschichtsquellen am Rechner

FORSCHUNG Niedersächsische Staatsarchive haben ihre Findbücher zur Recherche ins Internet gestellt


Der Benutzer kann eine einfache Suchmaske ausfüllen. Das funktioniert ähnlich wie die Suchmaschine Google.

Aurich - Die Suche nach Quellen zur Regionalgeschichte wird sehr viel einfacher: Im Internet sind jetzt die meisten Findbücher der niedersächsischen Staatsarchive online nachzulesen. Auch die Aktentitel aus dem Staatsarchiv Aurich können so vom eigenen Schreibtisch aus gesichtet werden. Sie können auch gleich zur Einsicht vorbestellt werden. Um die Archivalien selbst einzusehen, muss man allerdings nach wie vor ins Archiv kommen.

Dr. Bernhard Parisius, Leiter des Staatsarchivs Aurich, stellte das System jetzt bei einem Pressegespräch vor. Ähnlich wie bei der Suchmaschine Google kann der Benutzer in eine Maske einen Suchbegriff eingeben und erhält daraufhin eine Liste von Archivalien, die das Stichwort beinhalten. „Niedersachsen ist das erste Bundesland, dass die Findbücher ins Netz stellt“, sagte Parisius. Damit sei die Suche erfolgreicher als in anderen Ländern, wo lediglich Bestandsübersichten in der Datenbank zu finden sind. Die Findbücher seien „eine Ebene, auf der es richtig spannend wird“, sagte Parisius.

Wer sich etwas mit der Arbeit im Archiv und der Benutzung der Findbücher auskennt, kann auch eine detailliertere Suchmaske ausfüllen, um zum Beispiel nur im Auricher Archiv zu suchen. Doch auch wer nur die einfache Suche benutzt, kann immerhin sicher sein, dass er alle sieben Staatsarchive abgefragt hat.

Noch seien jedoch nicht alle Bestände im Netz, räumte Parisius ein. So seien etwa die Entnazifizierungsakten aus Aurich nicht ins Netz gestellt worden, weil es zu aufwändig sei, zu überprüfen, welche Datensätze freigegeben sind und welche nicht. Auch handschriftliche Findbücher stehen nicht im Internet. Dagegen rechnet Parisius damit, dass alle maschinenschriftlichen Findbücher in nächster Zeit ins Netz gestellt werden, da sie derzeit maschinell gescannt werden. Jede neue Archivalie, die aufgenommen wird, gelangt dagegen gleich ins Internet.

Denn die Grundlage für die Internetsuche ist die Datenbank Aida. Das hat nichts mit Verdis Oper zu tun, sondern ist die Abkürzung für Allgemeine Informations-Datenbank Archive. Die Staatsarchive bedienen sich alle dieses Systems, auch einige freie Stadtarchive haben sich angeschlossen. So wird auch im Emder Stadtarchiv mit Aida gearbeitet. Parisius kündigte eine Kooperation mit dem Emder Stadtarchiv an, dann könnten dessen Findbücher wohl noch in diesem Jahr ins Netz kommen.

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Quelle: General-Anzeiger am 20.01.2006

 
 

 
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